Was sind die wichtigsten Kenngrößen einer Immobilienfinanzierung?
Die Konditionen bzw. Kosten für eine Haus- oder Wohnungsfinanzierung hängen von verschiedenen Parametern ab. Einige von ihnen fungieren als Stellschrauben, über die sich ein individuelles Finanzierungsangebot für eine Immobilie erstellen lässt. Denkst du darüber nach, eine Immobilie zu finanzieren, solltest du mit folgenden Kenngrößen vertraut sein.
Zinsen
Wer eine Immobilienfinanzierung abschließt, hat dafür Zinsen zu zahlen. Sie sind für dich nichts anderes als Gebühren. Deswegen gilt: Je geringer der Zins, desto günstiger ist die Immobilienfinanzierung und andersherum. Eine wesentliche Voraussetzung für gute Bauzinsen aktuell ist eine hohe Kreditwürdigkeit der Antragstellerin bzw. des Antragstellers. Abgesehen davon orientieren sich die Zinssätze an der allgemeinen Zinsentwicklung am Immobilienmarkt.
Zinsbindung
Wie lange der von der Bank zugesagte Zins unverändert bleibt, gibt die Sollzinsbindung an. Wählst du eine längere Zinsbindung, steigt deine Planungssicherheit. Hierfür erhebt die Bank jedoch einen kleinen Zinsaufschlag. Erwartest du in den nächsten Jahren sinkende Bauzinsen, ist für deine Immobilie eine Finanzierung mit kürzerer Zinsbindung passend. Später besteht dann die Möglichkeit, eine Anschlussfinanzierung mit besseren Zinskonditionen zu erhalten.
Tilgung
Mit Tilgung ist die Rückzahlung des Darlehens gemeint. Bei Immobilienfinanzierungen ist in der Regel vom anfänglichen Tilgungssatz die Rede. Dieser gibt an, wie viel Prozent von der Kreditschuld du im ersten Jahr an die Bank zurückzahlst. Entscheidest du dich für eine höhere Tilgung, reduzieren sich deine Gesamtkosten und du führst deinen Immobilienkredit rascher zurück. Im Gegenzug erhöht sich allerdings die Darlehensrate.
Folgende Beispielrechnung verdeutlicht den Einfluss der anfänglichen Tilgungsrate auf die Gesamtkosten. Die Vorgaben:
- Finanzierungsvorhaben: Kauf einer Immobilie
- Kaufpreis: 350.000 €
- Eigenkapital: 80.000 €
- Sollzins: 3,25 %
- Zinsbindung: 15 Jahre
Die Übersicht zeigt: Mit zunehmendem Tilgungssatz steigt der Tilgungsbetrag deutlich. Zugleich sinken die zu zahlenden Zinskosten. Wählst du hier etwa eine anfängliche Tilgung von 3 Prozent, sparst du gegenüber einer Tilgungsrate von 1 Prozent innerhalb von 15 Jahren rund 26.000 Euro.
Eigenkapital
„Viel hilft viel“ – beim Eigenkapital ist diese Aussage generell zutreffend. Für einen hohen Eigenkapitalanteil gewähren Banken nämlich günstigere Immobilienfinanzierungen, sprich niedrigere Zinsen. Wer hingegen seinen Hauskauf mit wenigen Ersparnissen bestreitet, hat mit teureren Zinsen zu rechnen. Außerdem nimmt bei einem kleineren Eigenkapitalanteil die Wahrscheinlichkeit für eine Kreditvergabe ab.